Achtsamkeit im Alltag - Tipps und Übungen

achtsam im GartenKennst Du das? Du hast hundert Dinge im Kopf, die Du erledigen musst? Eigentlich wolltest Du Dich mal wieder Deinem Hobby widmen, aber Du hast das Gefühl, die Zeit rennt Dir davon? Getreu dem Motto „Zeit ist Geld“ versuchst Du möglichst viele Dinge auf einmal zu erledigen. Doch anstatt mit jeder erledigten Aufgabe entspannter zu werden, steigt Dein Stresspegel stetig an. Damit ist jetzt Schluss! Lies hier, wie Dir Achtsamkeit dabei helfen kann, den Stress zu bekämpfen. 

Willkommen in der Generation Multitasking!

Selbst als Student erlebte ich es am eigenen Leib. In der Vorlesung durchstöberte ich die Facebook-Timeline und beantwortete Emails. Auf dem Heimweg erledigte ich wichtige Telefonate, vereinbarte Termine und überarbeitete gedanklich meine To-do Liste. Den schönen Park, durch den ich spazierte, nahm ich gar nicht wahr. Meine Zeit schien immer knapper zu werden. Mir fehlte die Zeit, die Bücher zu lesen, die ich gerne lesen wollte. Kreative Phasen passten nicht mehr in meinen Stundenplan. Ich konnte mich nicht mehr auf eine Sache konzentrieren, weil ich tausend andere Dinge im Kopf hatte. Dinge, die ich noch erledigen oder verarbeiten musste.

Wie habe ich mich verändert! Als Teenie war es für mich selbstverständlich, mich auf eine Sache zu konzentrieren. Wenn ich ein Buch las, las ich ein Buch. Wenn ich Musik hörte, hörte ich Musik. Wenn ich zeichnete, hatte ich kein Smartphone neben mir liegen, das mich ständig ablenkte. Mit unseren Kameras machten wir Ausflüge in die Natur. Auf der Suche nach dem "schönen Moment" zogen wir durch die Landschaft.
  achtsam im Regen

Stichwort Moment

In unserer heutigen Zeit werden wir ständig mit Informationen überschüttet. Schnell müssen wir herausfiltern, was wichtig und was unwichtig ist und möglichst sofort adäquat reagieren. Dabei wollen wir möglichst allen gerecht werden. Dem Chef, der Familie, den Freunden. Wir sind enttäuscht, wenn wir abends nicht alle Punkte auf der Tages-To-do-Liste abgehakt haben. Zeit für sich selbst, bleibt kaum. Die Folgen? Hektik, Zeitnot bis hin zu Überforderung und Stress.

"Ohne es zu merken, war ich selbst Teil der gehetzten Gesellschaft geworden. Während die ersten Kommilitonen ein Urlaubssemester beantragten, versuchte ich weiter durchzuhalten."

Eine Zeit lang habe ich diese leistungsorientierte Gesellschaft verflucht. Den gnadenlosen Konkurrenzkampf beschimpft. Dass das keine Lösung ist, ist mir schnell klargeworden. Als einzelne Personen können wir unsere Gesellschaft nicht von heute auf Morgen ändern. Aber wir können etwas an unserer Lebensweise ändern. Jeden Tag.

Und genau hier kommt die Achtsamkeit ins Spiel.

Ursprünglich aus dem Buddhismus, ist Achtsamkeit heute in der modernen Medizin angekommen. Immer mehr Studien bestätigen die Wirksamkeit achtsamkeitsbasierter Verfahren. Der Ansatz wird jedoch nicht nur gegen Depressionen, Ängste und Burnout angewandt, sondern hält zunehmend auch in modernen Unternehmen Einzug - als Präventionsansatz gegen Stress und psychische Leiden. Da man für achtsamkeitsbasiertes Training weder religiös noch esoterisch veranlagt sein muss, ist er für jeden anwendbar.

  im Garten Achtsamkeit übenWas bedeutet Achtsamkeit nun?

Die Prinzipien der Achtsamkeit klingen erst einmal recht simpel: Achtsamkeit bedeutet, seine Aufmerksamkeit
  • a) bewusst
  • b) und wertfrei
  • c) auf das Hier und Jetzt zu richten.
Was so einfach klingt, verlangt ein bisschen Übung und Geduld. Anfangs habe ich mir schwergetan. Vor allem mit dem Aspekt „wertfrei“. Schließlich tendieren wir Menschen dazu, ständig alles zu kategorisieren und zu beurteilen. Sei es die äußere Welt oder die innere Gefühls- und Gedankenwelt. Sich einzig und allein auf den Moment zu konzentrieren, den Moment aufzusaugen, mit all seinen Sinnen – ohne dabei das Erlebte zu be- oder verurteilen – ist schwer. Aber mit der Zeit gelingt es. Und mittlerweile ertappe ich mich dabei, verschiedene Situationen und Gelegenheiten zu nutzen, um meine Achtsamkeitsübungen durchzuführen.

So wie heute, als es regnete

Die Regentropfen klopfen leise ans Fenster. 
Die Blätter der Bäume rascheln im Wind. 
Auf der Terrasse bilden sich kleine Pfützen.
Jeder Regentropfen, der in die Pütze platscht, erzeugt kreisförmige Wellen, die sich sachte ausbreiten. 
Am Fenster bilden sich Schlieren. Es entsteht ein Netz aus zerfließenden Wassertropfen, die die Scheiben hinunterrinnen. 
Das Grün der Blätter spiegelt sich in den kleinen Wasserlachen. 
Ich rieche den frischen Geruch von Regen, in den sich eine Brise Sommerflieder mischt. 

Auch wenn es eigentlich ein ganz „normaler“ Tag ist: Ich nehme mir die Zeit, all die Kleinigkeiten mit allen Sinnen zu „beobachten“. Kleinigkeiten, die man sonst leicht übersieht. Ohne Smartphone in der Hand, ohne To-do Liste im Kopf. Das entspannt.

Ideen für Deine Achtsamkeitsübungen

Achtsamkeit nach dem Aufwachen: Bevor man wie wild aus dem Bett springt, mehrmals tief ein- und ausatmen und den Moment der morgendlichen Stille genießen
Achtsamkeit beim Essen: Statt Schlingen ist Besinnung angesagt und das wortwörtlich. Achtsam zu essen, bedeutet mit allen Sinnen zu essen. Sich Zeit nehmen zu sehen, zu riechen, zu fühlen und zu schmecken. Kleine Portionen, langsam kauen und genießen.
Achtsamkeit beim Fotografieren: Eines meiner Lieblingshobbys, weil man nicht nur den Moment einfriert, sondern auch üben kann, „im Moment zu leben“.
Achtsamkeit beim Spaziergang...


Fazit

~ Viele Menschen unserer Gesellschaft sind gestresst
~ Achtsamkeit im Alltag kann Dir dabei helfen, Stress zu reduzieren
~ Achtsamkeit heißt, die Aufmerksamkeit bewusst & wertfrei auf den Moment zu richten
~ Dies erfordert Übung
~ Nimm Dir dafür jeden Tag ein bisschen Zeit, und wenn es nur ein paar Minuten sind


2 comments:

  1. Huhu, ein schöner Post. Gerade regnet es und die Tropfen auf den Blättern hören sich so schön an :)
    Pass auf dich auf.
    Liebe Grüße,
    Juli

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    Replies
    1. Hey Julia, danke für Deine lieben Worte, freut mich sehr! :-)
      Herbstliche Grüße
      Mara

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