Road Trip {3}: Der Yosemite-Nationalpark: Bärenstark!


Wir sagten der Stadt der verblassten Hippieträume Lebewohl und ließen die kalifornische Küste immer weiter hinter uns zurück. Nun ging es ins Landesinnere und allmählich wurde die Landschaft immer hügeliger. Unser heutiges Ziel war der Yosemite-Nationalpark, der an den westlichen Hügeln des Gebirges Sierra Nevada liegt. Als „Kind der Alpen“ freute ich mich unheimlich...
Endlich ging es hinauf in die Berge! Von San Francisco aus sind es je nach Verkehrslage und Jahreszeit 3-5 Stunden Autofahrt. Um zum Yosemite-Nationalpark zu gelangen, mussten wir erst die Old Priest Grade überqueren. Von meinem Freund erfuhr ich, dass dies eine äußerst schmale und steile Straße sei. 

ZUM GLÜCK HATTEN WIR SEPTEMBER 
und somit die besten Chancen heil und zügig über den Pass zu fahren. Dachten wir. Als einziges Manko stellte sich unser Mietwagen heraus, der sich offenbar nicht seiner PS rühmen konnte. Wir knatterten die engen, kurvigen Straßen hinauf und jubelten bei jedem erfolgreich bewältigten Hang!




Auf unserem Weg durch die Sierra Nevada konnten wir die unterschiedlichsten Landschaftsbilder bestaunen: Trockene, braunrote Ebenen, aus denen schwarze Baumstummel in den Himmel ragten (Waldbrand lässt grüßen!), saftig grüne Wiesen und Wälder, faszinierende Felsformationen und kühle Bäche, an denen Rehe tranken. Ein Paradies für begeisterte Wanderer, Kletterer und Naturliebhaber! Die 20 Dollar Eintrittspreis für den Nationalpark sind definitiv fair. Zwar mussten wir feststellen, dass die berühmten Wasserfälle um diese Jahreszeit versiegt waren, Yosemite versprüht jedoch auch ohne Wasserfälle seinen Charme. Auch die Touristenmassen, vor denen uns ein paar Leute gewarnt hatten, blieben aus. Klar, ganz verlassen war der Park nicht. Aber schlimmer als beispielsweise in den Alpen, fanden wir es nicht.


Ein Hauszelt im Housekeeping Camp hatten wir schon ein paar Tage vorher gebucht. Da ich als Kind öfter mit meinen Eltern gezeltet hatte, war Camping für mich nichts Spektakuläres. Mein Freund hingegen war eher Ferienwohnungen und Hotels gewohnt und deshalb etwas aufgeregt („Schlimmer als in Glendale wird es nicht“, ermunterte ich ihn scherzhaft). Tatsächlich gefiel ihm das Camp sehr gut. Das Hauszelt war wie erwartet spartanisch, aber wir bekamen frisches Bettzeug und ein Lagerfeuerpaket (was mich etwas wunderte, da der Waldboden recht trocken war. Aber offenbar vertrauten die Ranger auf verantwortungsvolle Touristen). Außerdem wurde explizit darauf hingewiesen, jegliche Nahrungsmittel im „Food Storage“ (metallener Container mit Schloss) zu lagern. Selbst im Auto dürfe man nichts herumliegen lassen. Der Grund: neugierige und hungrige Bären! Allerdings hatten wir bis auf ein paar Rehe und einigen Eichhörnchen keine Besucher. Letztere waren jedoch extrem neugierig und sofort zur Stelle, sobald nur ein klitzekleiner Kekskrümel zu Boden fiel.




Wir streunten tagsüber durch die Gegend und zündeten abends ein Lagerfeuer an. An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass im Lagerfeuerpaket weder Streichhölzer noch Feuerzeug sind (Na toll!). Die kann man sich entweder teuer im Camping-Laden kaufen oder man frägt seine Nachbarn. Zum Glück eilten uns sofort ein paar nette Franzosen zur Hilfe und schon hatten wir ein prachtvolles Feuerchen entfacht. Juhu! Jetzt konnten wir unsere Tomatosoup kochen!  

STERNKLARE GLÜCKSMOMENTE
Bevor wir schlafen gingen, wanderten wir noch einmal durch das dunkle Camp. Ich blickte nach oben in den Himmel und es verschlug mir den Atem! Einen derart sternklaren Himmel hatte ich noch nie gesehen! Hier in der abgeschiedenen Natur konnte man Abermillionen Sterne bewundern. Minutenlang standen wir da und blickten hinauf in die Nacht. Glücksmomente wie diese machen eine Reise wertvoll. Deshalb lohnt es sich immer wieder, hinauszuziehen und die Welt zu entdecken. 

3 comments:

  1. Wunderschöne Bilder und ein toller Artikel! :-)

    Herzlich,
    Anna (www.diegradwanderung.de)

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  2. So witzig und gut beschrieben die Reise (in allen 3 Teilen)
    und dazu noch so tolle Bilder - Danke

    Da kommt ja beinahe Neid auf :) ich habs leider noch nicht in die USA geschafft - bei mir soll es die Route 66 entlang gehen

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    1. Wow danke, das freut mich sehr!! <3

      Route 66 ist bestimmt auch der Hammer! Berichte, wenn es soweit ist! :-)

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