Kalifornien Road Trip {1}: Vom Hollywood-Chic ins Horror Motel

Ein Roadtrip durch Kalifornien war immer ein großer Traum von mir. Ich träumte von den bunten Straßen San Franciscos, dem sonnigen San Diego und den felsigen Küstenstreifen am Atlantik. Im September 2014 ging dieser Traum endlich in Erfüllung. Ein idealer Monat für eine Rundreise wie diese. Doch der Reihe nach.

WIR FUHREN EINFACH DRAUF LOS
Gestartet sind wir in San Diego. Alles was wir uns vorher überlegt hatten, waren ein paar Orte, die wir gerne sehen wollten: Hollywood, San Francisco, den Yosemite-Nationalpark, Death Valley, Las Vegas und den Hoover Dam an der Grenze zwischen Nevada und Arizona. Ach ja: Und ein Auto musste noch her...

Wir haben damals recht günstig einen Nissan gemietet, der uns sicher von A nach B brachte. (Außer einmal, als wir mitten im Nirgendwo die blinkende Tankanzeige bemerkten. Da musste unser Nissan schon schwer kämpfen. Kurz vor knapp sind wir dann doch noch auf eine Tankstelle gestoßen! Völlig überteuert versteht sich. Anscheinend waren wir nicht die einzigen Durchreisenden, die vergessen hatten vorher voll zu tanken…)

Unsere Rucksäcke waren in wenigen Minuten gepackt, Bettzeug ab auf die Rückbank („Wer weiß, wie oft wir im Auto pennen“), Äpfel, Kräcker und ein paar Gallonen Wasser („Super important, especially in the desert!“).

DIE ERSTEN TAGE WAREN EIN EINZIGES AUF UND AB
Die Strecke von San Diego nach Los Angeles lädt nicht gerade zum Schwärmen ein. Außer einer mehrspurigen Autobahn bekamen wir nicht viel zu sehen. Nur Stau. Und noch mehr Stau. Plus Rush Hour. Nicht zu vergessen mehrere Autokolonnen trödelnder Touristen.

Doch schließlich kamen wir in Hollywood an.

Wir beschlossen kurzerhand in die Universal Studios zu gehen. Beste Entscheidung des Tages und Spaß pur! Von der Studio Tour bis hin zu den Fahrgeschäften. Der Tag war gerettet! Wie gerne würde ich noch einmal den 4D-Simpsons Ride fahren! Optische Täuschung plus Achterbahnfahrt in Perfektion! Bäm! Außerdem hatte man von den Studios aus eine wunderbare Aussicht über LA! - mehr als zufrieden genossen wir den Sonnenuntergang.

Übernachte besser nicht in Glendale!
Jetzt musste ein Bett her. Tja, gar nicht so leicht kurz vor knapp noch eine Bleibe zu finden. Wir entfernten uns immer weiter vom glamourösen Hollywood. Irgendwann fanden wir uns in einem indisch anmutenden Viertel in Glendale wieder. Fatal! Mittlerweile hatten wir schon mehrere Motels abgeklappert, nirgends freie Zimmer. Es wurde immer später. Letztendlich schickte uns ein indischer Motelbesitzer ein paar Blocks weiter zum Motel seines Sohnes. Wir waren mittlerweile so erschöpft und frustriert, dass wir dort jeden Preis für das Zimmer bezahlt hätten. Der Typ gab uns schief grinsend den Zimmerschlüssel. Ich ahnte schlimmes. Vorsichtig öffneten wir die Zimmertür.

„Ach du Kacke!“
„Was denn?“
„Sind das Blutspuren am Nachttisch?“
„Nicht wirklich oder? Lass mal sehen!“

Es waren Blutspuren. Plus Haare, Krümel und Bettwanzen gab es garantiert auch. Am Spiegelschrank im Flur schimmerten verwischte Finger- und Handabdrücke –  als hätte jemand eine Leiche im Schrank verscharrt. Wir trauten uns nicht ihn zu öffnen. Stattdessen holten wir angeekelt unsere eigenen Decken und Kissen aus dem Auto und versuchten möglichst nichts anzufassen. Eine Spur aus Handtüchern gestattete es uns vom Bett ins Bad zu laufen, ohne den Boden zu berühren.

Ich bin nicht zimperlich. Zelten, Backpacktouren, Schlafen in Berghütten mit schmalen Matratzenlagern – alles kein Problem. Aber das übertraf echt alles! Lieber doch im Auto schlafen? Nein, nicht in diesem Viertel! Hier konnte man wenigstens die Tür abschließen. Außerdem selber schuld! Wir haben schließlich die Abenteuervariante gewollt. Komischerweise schlief ich trotzdem sofort ein. Mein Freund allerdings blieb die halbe Nacht wach, immer in Verteidigungsstellung, falls Einbrecher kommen, du weißt schon.

DAS BESTE KOMMT ZUM SCHLUSS
Am nächsten Tag wachten wir sehr früh auf. Sofort hüpften wir aus dem Bett, packten unsere Sachen, warfen den Schlüssel auf den Tresen der Rezeption und fuhren Vollgas davon. Schnell weg aus diesem Moloch! „Nie wieder Glendale!“, sagte mein Freund lachend. Wie erleichternd, diesen Ort hinter sich zu lassen!

Der schönste Teil der ersten zwei Reisetage lag nun vor uns! Santa Monica, Malibu Beach und der Highway 1 – eine Küstenstraße entlang des Pazifiks – absolut unbeschreiblich! Glendale war vergessen. Fenster auf, Musik laut! Was für ein Ausblick! Frische Meeresluft einatmen. Einfach mal am Straßenrand halten, Badesachen raus und ab ins Wasser! Über Wellen springen und den Sommer mit allen Sinnen aufsaugen.

DAS IST DAS PARADIES!


Hier geht es weiter zu Teil 2 unserer Reise

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